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Die Rellerkapelle

Wer etwas über diese Gotteshaus erfahren will, höre zuerst, was es über sich selbst verrät:

Zur Ehre der heiligen Apostel Petrus und Paulus haben die Eheleute Bernadus Westerrellermann und Elisabeth geborene Lohmann diese Kapelle erbaut im Jahre 1869 (Übersetzung der Inschrift).
Was ist sonst noch bekannt? Dieser Bau dürfte mehrere Vorgänger gehabt haben; der vorherige war durch Blitzschlag vernichtet worden. Nach mündlicher Überlieferung geht die Errichtung auf ein Gelübde der o. g. Eheleute zurück. Der Erbauer war der letzte seines Namens auf dem Westerrellerhof. Spätere Besitzer tragen die Namen Lohmann, Große Kathöfer und Grieneisen. Interessant ist, dass nur die Kapelle zum Hof gehörte, grund und Boden aber der politischen Gemeinde. Die Besitzer mussten Pacht in Roggenwährung bezahlen, d. h. die einem festgelegten Maß an Roggen im betreffenden Jahr entsprechende Geldmenge. Heute sind Kapelle und Grundbesitz im Besitz der katholischen Kirchengemeinde. Die letzte umfassende Renovierung (1983) wurde von Heinrich Nolte (Möbelfabrik) veranlasst und bezahlt. Die Namen Rellerkapelle und Westerrellermann hängen mit der Flurbezeichnung Rellerbrink zusammen. Ein Brink ist eine Erhebung. So ist es kein Wunder, dass dieser Flecken in einer Ukrunde von 1506 "Rellerberg" (Ersterwähnung) heißt. Damals versammelten sich hier das Domkapitel, die Ritterschaft und die Städte des Hochstifts und alle männlichen Delbrücker. Der Rellerbrink war also die alte Versammlungsstätte des Delbrücker Landes. Beweis dafür ist auch, dass schon um 1600 die Bevölkerung dorthin zum "Rellerbrinksmakrt" strömte und sich dort in der Karnevalszeit beim Kranzreiten vergnügte. (ältester bekannter Ort dieser Traditionsveranstaltung)

Ein weiterer Beweis für den Rellerbrink als Versammlungsort: Im Dezember 1623 (Dreißigjähriger Krieg) befrieten die Delbrücker unter Führung des kaiserlichen Rittmeisters Vierfues das von den hessen besetzte Paderborn. Zur Belohnug erhielten sie u. a. auf "ewige Zeiten" Ackerland in Benhausen. Aus den Erträgen sollten sie sich jedes Jahr auf dem Rellerbrink einen "guten Tag" machen. Weil diese Feiern wohl öfter ein böses Ende nahmen, flossen die Erträge anschließend der katholischen Kirche zu. Ende des 19. Jahrhunderts kauften Bauern aus Benhausen diese Flächen.

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