Kirchplatz

Geht man von der Langen Straße zum Kirchplatz, ist rechts etwas zurückliegend in einer Inschrift Matties (Matthias) Struns zu lesen. Er stammte aus Böhmen, war der erste Vertreter seines Namens im Ort und damit der Vorfahr der in Delbrück verbreiteten Strunz-Sippe. Um 1650 heiratetet er Elisabeth Lohmann, die diese Hausstätte mit in die Ehe brachte. Die Inschrift verrät, dass Matties nach dem Tod Elisabeths eine weitere Ehe mit einem Engel (Angela) einging. Die beiden ließen dieses Haus 1674 bauen.

Das erste Haus (Nr. 17) rechts am Kirchplatz (heute Kiko, früher Meintrup) von 1743 hiße im Volksmund luermakers (Uhrmachers). Während Herr Meintrup im Wohnzimmer Uhren reparierte, führten seine Schwestern (Kätzchens) in der angeschlossenen Gastwirtschaft Regie. Die Übersetzung der Hausinschrift lautet: Ich stehe (hier) gestützt auf die Hilfe Gottes, welchem machtvollen ich vertraue; Agatha, du zuverlässige Patronin, gewähre Schutz.

Das Gebäude (Nr. 16) der Familie Kösters, genannt Hüls, verrät Folgendes über sich: Mit Gottes Hilfe ließ errichten dieses Haus von seinem Geld und mit schwerer Mühe der Witwer Hermann Vierfues für sich und seine Nachkommen im Jahre 1678 am 23. September.
Durch Heirat und Erbschaft sind die Vierfues, Hüls und Kösters verbunden. Ein Kramladen (später Lebensmittelgeschäft), die Produktion von Kautabak (Hüls Krampen), eine Gastwirtschaft (sonntags geöffnet) und der Verleih von Geld waren die wirtschaftlichen Standbeine der Bewohner.

Die nächste Wohnstätte (Nr. 15) erbaute ein Kösters aus Nr. 16. Er ging die Verpflichtung ein, die vordere und die hintere Tür genau gegenüber zu platzieren und den Kirchgängern "auf ewige Zeiten" den Durchgang zu gestatten.

An Nr. 14 (erbaut 1749) ist Folgendes zu lesen: MIt dem Geld seiner Heimat erbaute (dieses Haus) Stephan heinrich Kösters, erster Kaplan, für sich und seine Nachfolger. Oberhalb ein Gebet: Heilige Maria, bitte für die Bevölkerung und setze dich ein für die Geistlichen.

Der gerade besprochene Bau und der nächste werden im Volksmund mit dem Namen Pips bezeichnet, Kurzform für Pipsmeier, der Nr. 13 erbaut hat. Pipsmeiers haben später die Nr. 14 gekauft, wo noch in den 1960er Jahren die Familie Linden wohnte, die wohl mit Pips verwandt war.

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