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Boke

Eine Figur des Landwirts Johann Bernhard Brockmann und eine Figur des Pastors von Boke

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Hochdeutsch

Johann Bernhard Brockmann, der nach seinem Hausstätten-Namen Schnuiderjohänneken genannt wurde, ist ein Boker Original. Der freundliche und tatkräftige Landwirt, Maurer und Dachdecker lebte von 1846-1922 und bleibt in vielen Geschichten lebendig. Wie zum Beispiel in der folgenden Anekdote, die sich mit Sicherheit genau so zugetragen hat...

Bevor die Lippe begradigt wurde, floss sie sehr nahe am Boker Pastorat vorbei und bot mit ihrem dicht bewachsenen Ufer ein perfektes Angelrevier. Das wusste auch einer der Paderborner Bischöfe zu schätzen und kam regelmäßig zum Angeln. Die besten Fische vermutete er allerdings auf der gegenüberliegenden Seite der Lippe. Damit sein langes, lilafarbenes Gewand nicht nass oder von Dornen beschädigt wurde, ließ der Bischof sich jedes Mal von einem Mann durch die Lippe tragen. Man kann sich vorstellen, dass diese Aufgabe nicht beliebt war: Zuerst ging es mit dem schweren Bischof durch die kühle Lippe, nach der Rückkehr auf die andere Seite hieß es warten, bis er mit der Angelei fertig war, na, und dann musste der Würdenträger auf demselben Wege wieder abgeholt werden. Das war kein Zuckerschlecken, und die Boker Männer hatten samstags auch wirklich etwas Besseres zu tun.

Auch der Boker Pastor war nicht begeistert vom bischöflichen Hobby – denn im Anschluss kehrte der Bischof gerne bei ihm ein. Natürlich ließ der Pastor seine Haushälterin immer mehrere Gänge und hervorragenden Wein auftischen. Den Ranghöheren bei Laune zu halten, konnte schließlich nicht schaden. Aber als der Bischof fast jeden Samstag kam, wurde es dem Pastor zu viel. Doch was konnte er tun? Ein Boot war zu teuer und offen ansprechen mochte er das Problem nicht. Also wandte sich der Pastor vertrauensvoll an Schnuiderjohänneken, der als hilfreicher und zupackender Mensch mit pfiffigen Ideen bekannt war. Dieser hörte sich die missliche Lage des Pastors bedächtig an und sagte sofort zu, am kommenden Samstag als Träger zu fungieren.

Die folgende Woche verbrachte der Pfarrer zwischen großer Hoffnung und großer Sorge vor einem riesigen Skandal. Dann kam der Samstag. Schnuiderjohänneken war wie versprochen vor Ort, bahnte dem Bischof den Weg durch das Gestrüpp zum Fluss, lud sich den hohen Geistlichen auf den Rücken und ging vorsichtig ins Wasser. An der tiefsten Stelle stolperte er bühnenreif über einen großen Stein, den er sich Tage zuvor dort zurechtgelegt hatte. Beide Männer fielen ins Wasser und krabbelten hustend und prustend ans Ufer. Schnuiderjohänneken entschuldigte sich scheinbar untröstlich und zerknirscht. Der Pastor kam herbeigeeilt und bot dem tropfnassen Bischof einen langen schwarzen Rock aus seinem Bestand an. Der Paderborner Würdenträger lehnte mürrisch ab, denn das bischöfliche Lila gegen profanes Schwarz zu tauschen, war für ihn indiskutabel. Also machte der Bischof sich, durchnässt wie er war, auf den Weg nach Paderborn zurück – und zum Angeln kam er nie wieder.

Johann Bernhard Brockmann hingegen zog das lange, schwarze und vor allem trockene Gewand des Pastors gern an und ging lächelnd nach Hause. Ob er die wohltuende Anerkennung, die der Pastor ihm zugesteckt hatte, noch in den Schwanenkrug trug oder direkt zur Hausstätte Schniederjohann, Boke Nr. 6, spazierte, ist nicht überliefert...

Plattdeutsch

Johann Bernhard Brockmann, de na suinen Hiusstuihen-Namen Schnuiderjohänneken nannt worte, is en Boiksk Urgestein. De fründlike, fluitige Landwert, Muierker un Dackdecker liäwede van 1846-1922 un bliw in vielen Geschichten läbändig. Wie teon Beispiel in de folgenden Anekdote, de sick mit Siekerheit chenäu seo teodregen hiät…

Bevör de Lippe chradelaggt worte, fleat se noh anne Boiksken Pastrote vörbui un beat mit ehren dicht bewossenen Oiwer en perfekt (…) Angelrevier. Dät wuss eak einer van den Padderbürner Bischöfen ti schätzen un kamp regelmäßig teon Angeln. De bästen Fischke wönnen suines Erachtens up de chiegenüäwerliggenden Suite van de Lippe. Domit suin lange lilafarwene Gewand nit natt oder van Döern tirieten wotte, leit de Bischof sick jedes Mol van einen Mannsmensken dör de Lippe dregen. Mann kann sick vörstellen, dät düsse Upgabe nit beliebt was! Tieist cheng et mit den schworen Bischof dör dät kalle Lippewater. No den Trüggewiäch up de annere Siute hettere et, ti wachten, bis hei mit de Angeligge ferrig was. Na, un dann moch de Wüdendreger up denselben Wege wuier afhalt weern. Dät was ken Zuckerläcken un de Boiksken Mannsluie han soterdags eak wirklich wat Biäteres ti deon.

Eak de Boikske Pasteoer was nit begeistert van denn bischöflichen Hobby, denn in’n Anschluss kehrede de Bischof cherne bui iährne in. Natürlich leit de Pasteoer suine Hiushällerske immer mehrere Chänge un chuden Wuin updischken. Den Ranghödderen bui Liune hallen, konn schließlich nit schaden. Ower as de Bischof buinohe jeden Soterdach kamp, worte et denn Pasteoer ti viel. Doch wat konn hei deon?En Boot was ti duier un uapen anspriäken mochte hei dät Problem eak nit. Also wandte sik de Pasteoer sölwestsieker an Schnuiderjohänneken, de as gefälliger un resoliuter Menschke mit kleoken Ideen bekannt was. De horte sick de misslike Lage van’n Pasteoer bedächtig an un sagg chluik teo, an’n kumenden Soterdach as Dräger intispringen.

De kumende Wieke vöbrochte de Pasteoer tüschken chreate Huapnung un Suarge vö einen riesigen Skandal. Dann kamp de Soterdach. Schnuiderjohänneken was wie bespruaken vö Ort, bahnde den Bischof den Wiag dör dät Chestrüpp anne Lippe, lead sick den heagen Geistlichen up den Rüch un cheng vörsichtig in’t Water. An de deppsten Stuie stolpere hei bewusst üäwer einen chreaten Stein, denn hei sick Dage tivör an de Stuie trechtelacht ha. Beide Mannsluie fällen in’t Water un krabbelnden heostend un priustend ant Oiwer. Schnuiderjohänneken entschuldigede sick teon Schuin bedreuwet un schuldbewusst. De Pasteoer kamp ranläapen un beat den mistenatten Bischof en langen schwatten Rock iut suinen Bestand an. De Padderbürner Würdendreger liände iägerlich aw, denn dät bischöfliche Lila chiegen chewühnlich Schwatt di tiuschken, was fö ihrne vöachtend. Also meik de Bischof sick, seo mistenatt wie hei was, up den Wiäg na Padderburne trügge un teon Angeln kamp hei nie wuiher.

Johann Bernhard Brockmann dochiegen teach dät lange schwatte un vö allen druige Chewand van’n Pasteoer cherne an un cheng chnuichelnd na Hius. Ob hei de anchenähme Würdigung, de de Pasteoer ihrne teostiäken ha, nea in den Schwanenkreog dreog oder bius teo de Hiusstuihe Schnuiderjohann, Beoke Nr. 6 spazeierde, is nit üäwerliefert…

Aus dem Hochdeutschen ins Plattdeutsch übersetzt von Gertrud Remmert.

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