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Nachricht aus dem ARCHIV vom 17. Juni 2011

Neues Schulungszentrum: Hier lernen Leute richtig löten

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Besichtigung bei der Fa. Krauss in Ostenland
Rund zwei Millionen elektronischen Bauteile werden im Delbrücker Silicon Valley hergestellt. Sylvia Metzner (von links), Helga Krauss, Bürgermeister Werner Peitz, Michael Haupthoff und Dieter Krauss beim Rundgang durch den kontinuierlich wachsenden Familienbetrieb, der aus kleinsten Anfängen inzwischen über 65 Menschen Arbeit gibt. Fotos: Axel Langer

Mit Elektronikbauteilen aus dem Keller auf den Weltmarkt gesteuert

Ostenland (al). Als Dieter Krauss (60) im Jahr 1993 zusammen mit seiner Ehefrau Helga mit einer Lötmaschine im Keller ihrer Wohnung in Sande begann, elektronische Baugruppen und Steuerungen herzustellen, ahnte er noch nicht, dass sich innerhalb von nicht einmal 20 Jahren daraus ein Unternehmen mit Millionenumsatz entwickeln sollte. Ein weiterer, innovativer Schritt in der Firmengeschichte ist für den 15. Juli geplant, dann wird in einer rund 600 Quadratmeter großen Halle ein Schulungszentrum unter anderem zur Ausbildung von Handlötfachkräften und Maschinenbedienern eröffnet. Es ist das Erste seiner Art in Ostwestfalen-Lippe. "Trotz hoch automatischer Fertigung in der Herstellung elektronischer Baugruppen ist das manuelle Löten noch immer Bestandteil des Produktionsprozesses" erläuterte Firmengründer und Geschäftsführer Dieter Krauss Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz bei einem Besuch in dem Betrieb.

Vor dem Schritt in die Selbständigkeit war Dieter Krauss 17 Jahre bei Nixdorf als Energieanlagenelektroniker beschäftigt. Nachdem die Räume in Sande zu klein wurden, erfolgte im Jahr 1997 der Umzug in die Brucknerstraße nach Ostenland. Auch hier wuchs die Firma kontinuierlich weiter, schnell stieß man an die Grenzen der zunächst angemieteten 200 Quadratmeter Fläche. Mit der Gründung als GmbH im Jahr 2001 stieg auch Tochter Sylvia Metzner in den Betrieb mit ein. Die 33-jährige gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau unterstützt ihren Vater seitdem und übernimmt den kaufmännischen Part - seit 2010 ebenfalls als Geschäftsführerin. "Als mein Vater ganz am Anfang im Keller elektronische Baugruppen zusammengelötet hat, habe ich immer schon mitgeholfen" erinnert sich Sylvia Metzner.


Besichtigung bei der Fa. Krauss in Ostenland
Neben moderner Technik ist beim verlöten der elektronischen Bauteile auch handwerkliches Können und eine ruhige Hand gefragt. Syliva Metzner demonstriert, wie einzelne Bauteile per Hand zusammengesetzt werden.
War der Hersteller von Steuerungselektronik und Schaltungen zunächst auf 800 Quadratmeter beheimatet, nimmt die Fläche inzwischen 1.800 Quadratmeter ein. Bei einer kontinuierlichen, jährlichen Umsatzsteigerung von etwa 35 Prozent ist weiteres Wachstum vorprogrammiert. Im Jahr 2010 belief sich der Umsatz des Betriebs auf 2,6 Millionen Euro.

Die Krauss Electronic-Support GmbH stellt mit zur Zeit 36 festen Mitarbeitern sowie rund 30 Zeit- und Leiharbeitern Baugruppen und elektronische Steuerungen für die Medizintechnik, die Landmaschinenindustrie aber auch die Industrieelektronik her. Allein im Jahr 2011 konnten bereits fünf Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis bei der Krauss Electronic Support wechseln. Namhafte Unternehmen aus der ganzen Welt gehören zum Kundenkreis. "Wir sind ein reiner Dienstleister. Die Kunden senden uns die Konstruktionszeichnungen und wir stellen die gewünschten Steuerungen her. Dabei bauen wir Prototypen genauso wie wir eine Kleinserie auflegen oder in die Massenproduktion gehen" erläutert Dieter Krauss. Die Steuerungen made in Ostenland kommen bei Mähdreschern genauso zum Einsatz wie bei zahlreichen anderen Landmaschinen oder bei Windkraftanlagen.

In vier Fertigungslinien übernehmen Automaten das Zusammenlöten der oft nur wenige Millimeter großen Elemente der Schaltungen. Jede Fertigungsstraße schafft so bis zu 20.000 Bauteile pro Stunde. Neben einer Endkontrolle von Hand erfolgt auch eine maschinelle Endkontrolle. Allerdings werden auch Baugruppen komplett in Handarbeit hergestellt. "Wenn Komponenten auf beiden Seiten angebracht werden müssen oder die teilweise empfindlichen Komponenten die Hitze in den Reflowöfen nicht vertragen, wird Hand angelegt" erläutert Dieter Krauss.

Um künftig auf qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen zu können, aber auch Mitarbeiter anderer Betriebe schulen zu können, entstand die Idee zu einem Schulungszentrum. "Die Theorie wird hier auf ein notwendiges Mindestmaß begrenzt. Im Vordergrund steht die Praxis und besteht aus vielen praktischen Arbeitsschritten" so Produktionsleiter Michael Haupthoff, der als zertifizierter Trainer bereits Schulungen durchgeführt hat. Das in Ostwestfalen einmalige Schulungszentrum richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, für deren Mitarbeiter Schulungen oder Kurse bislang zu teuer waren oder an Leiharbeitsfirmen, die ihre Mitarbeiter für den Einsatz fit machen wollen. Aber auch Fortbildungskurse zum zertifizierten Löt-Spezialisten (CIS) stehen ab Juli auf dem Stundenplan des Schul-& Trainingszentrums Krauss Electronic-Support GmbH und "Die Lötprofis". Gemeinsam mit verschiedenen Wirtschaftspartnern werden rund 750.000 Euro in den Aufbau des Schulungszentrums gesteckt.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.krauss-electronic.de



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