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Nachricht aus dem ARCHIV vom 26. Oktober 2016

Kanalsystem am Römerlager in Anreppen rekonstruiert

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Abwasserkanal am Römerlager rekonstruiert

(v. l.) Dr. Johann-Sebastian Kühlborn, Silke Effenberger (Stadtverband für Heimatpflege, bürgerschaftliches Engagement und internationale Beziehungen e.V.), Bürgermeister Werner Peitz und Heinz-Georg Dorenkamp (Heimatverein Anreppen)

Am Römerlager Anreppen wurde eine weitere Rekonstruktion fertiggestellt: ein Teilstück des in der via principalis verlaufenden Entwässerungskanals.

Die Rekonstruktion des hölzernen Kanals gründet hauptsächlich auf den Grabungen von Dr. Johann-Sebastian Kühlborn in der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana bei Xanten, sowie in den Römerlagern Oberaden und Anreppen. Bereits im Jahre 1977 hatte aufgrund der damaligen Grabungsergebnisse Dr. Gundolf Precht im Archäologischen Park Xanten eine vergleichbare Rekonstruktion eines hölzernen Entwässerungskanals konzipiert und bauen lassen. Derartige Entwässerungssysteme waren in römischer Zeit im Städtebau nichts Ungewöhnliches. Auch in den Römerlagern an der Lippe hatte man für den Fall starker Regenfälle Vorkehrungen zu treffen. Denn große Teile der Innenfläche dieser Lager waren überbaut. Daher musste das auf die Dächer fallende Regenwasser abgeleitet werden. Dies geschah über Dachrinnen und unterirdisch verlegte Ableitungen, die ihrerseits an ein großes Entwässerungssystem angeschlossen waren. Die großen Hauptsammler waren - wie heutzutage auch - in den Straßen angelegt worden. Das anfallende Oberflächenwasser wurde im Römerlager Anreppen hauptsächlich in Richtung Lippe abgeleitet.

Das in der Mitte der via principalis errichtete Teilstück des mit Eichenbohlen errichteten Kanals ist 3 x 6 Meter groß und bietet durch seine halboffene Bauweise einen Einblick in den Abwasserkanal. Der Abwasserkanal ist ein weiterer Schritt, das Römerlager in Anreppen sichtbarer und erlebbarer zu machen. Die Kosten belaufen sich auf rund 3.250 EURO. Die Arbeiten am Kanal wurden durch den Stadtverband für Heimatpflege, bürgerschaftliches Engagement und internationale Beziehungen e.V. und den Bauhof der Stadt Delbrück durchgeführt.

Im Jahr 2008 begannen die Arbeiten am Wehrgraben in unmittelbarer Nähe des südlichen Lagertores. In dem Jahr wurden der 7,5 Meter breite Hauptgraben und der 4,5 Meter breite Vorgraben auf einer Länge von 75 Metern in ihrer ursprünglichen Form wieder angelegt. 2009 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung eines Straßengevierts. Die gesamte Straßenfläche beläuft sich auf 3.600 m². Die enormen Abmessungen der römischen Lagerstraßen werden durch den Vergleich mit der unmittelbar daneben verlaufenden Asphaltstraße besonders augenfällig.

Ein archäologischer Lehrpfad führt seit 2011 zu den untergegangenen Bauten des Römerlagers.



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