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Gerichtsstätte "Zum freien Stuhl"

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Freier Stuhl
Freier Stuhl

Ein dreieckiger Stein erinnert an die Gerichtsstätte "Zum freien Stuhl". Unter einem Baum wurden Femegerichte abgehalten. Die westfälische Feme entwickelte sich aus dem "Freigericht" oder dem "Freistuhl". Sie war Nachfolger des hochmittelalterlichen Grafengerichts.


Das Dreiländereck

Der Stein auf einem Sandhügel neben dem Boker-Heide-Kanal an der Grenze von Lipperode, Westenholz und Mastholte hat heute noch eine besondere Bedeutung. Am "Dreiländereck" treffen die Kreise Paderborn, Gütersloh und Soest aufeinander.

 

Die geschichtsträchtige Stelle liegt in einer herrlichen, abwechslungsreichen Naturlandschaft. Als schönes Ausflugziel lädt zudem die anliegende Gaststätte "Zum Freien Stuhl" mit ihren gemütlichen Gasträumen und dem großen Biergarten zum Verweilen ein.



Über was und wen verhandelt wurde

Im Mittelalter wurde hier nur über oder gegen "Freie" sowie Grafen und andere Landesherren verhandelt. Für Abhängige und Leibeigene war das Gogericht zuständig. Aufgabe des Freistuhlgerichts war die Beurkundung von Eigentumswechseln an Grundstücken, von Schenkungen, von Ansprüchen und Pflichten aus einem Hofbesitz. Dies übernimmt heute der amtlich bestellte Notar. 1565 wurde dem Grafen zu Waldeck von drei freien Stühlen aus uralten Zeiten berichtet. Sie hätten zu Paderborn, Rietberg und Lippe gehört und bei den "wendischen Specken" zu Lipperode gestanden. Das war ein Stück Land derer zu Wend in einer sumpfigen Gegend. Zum letzten Mal wurde der "Freye Stuhl" am 4. Mai 1771 von Graf Philipp Ernst zu Lippe-Alverdissen in einer Bittschrift an Kurfürst Max Friedrich von Köln erwähnt.

Auf dem Stein schreiben drei eingeschlagene Wappen westfälische Geschichte. Sie zeigen die lippische Rose und einen Adler mit den Buchstaben WAGzR (Wenzel August Graf zu Rietberg). Im dritten Rautenwappen sind der bayrische Löwe, die Buchstaben CABiP (Clemens August Bischof zu Paderborn, er starb 1761) und die Jahreszahl 1757 zu erkennen.





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