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Nachricht aus dem ARCHIV vom 08. September 2016

Aktuelle Flüchtlingssituation in Delbrück

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"Die Stadt Delbrück muss sich u. a. den Herausforderungen einer weltweiten Flüchtlingskrise stellen und sich mit vielen Fragen beschäftigen - hält der Türkei-Deal, bleiben die Grenzen geschlossen, wie viele Menschen werden über das Mittelmeer flüchten, wie viele Flüchtlinge werden uns noch zugewiesen, wie integrieren wir diese Menschen, wie wirkt sich das in Zukunft noch konkret auf unsere Stadt aus, wie werden wir dem gerecht? Kann uns jemand eine von diesen Fragen verbindlich beantworten? Nein! Im letzten Jahr wurden uns im Zeitraum November/Dezember wöchentlich 30 - 50 Menschen zugewiesen. Da kein Wohnraum mehr vorhanden war, mussten wir auch Sporthallen, Schulraum, Gymnastikräume usw. belegen und uns dafür in Bürgerversammlungen rechtfertigen. Wir in den Kommunen hatten diese Situation nicht zu verantworten und hatten auch keine Möglichkeit die Situation zu beeinflussen. Heute muss ich mich dafür rechtfertigen, dass wir uns vorausschauend auf die Unterbringung von Flüchtlingen im Jahr 2016 vorbereitet haben, damit nicht wieder Sporthallen usw. belegt werden müssen, damit nicht der soziale Friede in unserer Stadt gefährdet wird. Wir haben uns vorbereitet und das ist richtig so! Vielmehr wäre es töricht und unverantwortlich, wenn wir uns seitens der Politik nicht darauf vorbereitet hätten.", so Bürgermeister Werner Peitz.

 

Mit Stand 31.08.2016 leben 529 Asylbewerber in Delbrück

Aufgeteilt nach Ortsteilen:

 

Anreppen

34

Bentfeld

6

Boke

61

Delbrück-Mitte

140

Nordhagen

57

Sudhagen

26

Lippling

40

Ostenland

53

Schöning

41

Steinhorst

20

Westenholz

51

 

Untergebracht sind sie in den Ortsteilen in 52 Wohnungen, Häusern und auch Heimen. Hinzu kommen noch 30 Mobilheime an sechs Standorten. In diesen leben im Moment 70 Personen.

Die Asylbewerber kommen aus über 30 verschiedenen Ländern. Syrien, Afghanistan und Irak sind hier die häufigsten Herkunftsländer.

Freiwillig ausgereist sind bereits 70 Personen und weitere 15 Personen haben einen Antrag auf Ausreise gestellt. Abgeschoben wurde nur eine sehr geringe Zahl.

Stand Juni 2016:

58 Anerkennungen

20 Personen untergetaucht

88 Duldungen

 

Zur Zeit sind 74 Prozent der Unterkünfte der Stadt Delbrück ausgelastet, das heißt theoretisch sind 175 Betten frei. Dieses würde aber eine optimale Auslastung und passgenaue Zuweisung bedeuten. Das heißt, die im Moment vier freien Mobilheime könnten mit vierköpfigen Familien belegt werden, oder die Sechs- oder Achtbettzimmer in einer Wohnung mit gleichgroßen Familien. Kommt aber eine fünfköpfige Familie und nur noch ein Achtbettzimmer ist frei, werden die restlichen drei Betten in der Regel nicht belegt und die Auslastung kann nicht komplett ausgenutzt werden.

Das gilt für alle anderen zur Verfügung stehenden Unterkünften ebenso.

Die Zuweisungsquote Stand 29.08.2016 lag lt. Bezirksregierung Arnsberg bei 91 Prozent, d. h. die Stadt Delbrück ist mit 51 Personen im Minus, müssten diese also noch aufnehmen. Im Moment werden erst die Städte in NRW in die Pflicht genommen, deren Erfüllungsquote noch niedriger ist, dieses kann sich allerdings ad hoc ändern.

Sollte sich die politische Lage kurzfristig ändern, z. B. indem die Türkei ihre Vereinbarung nicht einhält oder das Land NRW der Stadt Delbrück erneut Menschen zur Unterbringung zuweist, würde die Quote sich wesentlich erhöhen und Delbrück würde vermutlich schnell an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit stoßen, wenn wir uns nicht darauf vorbereiten würden.

 

Eine neue Herausforderung ist hier auch die Suche von privaten Wohnungen für anerkannte Asylbewerber, die gern in Delbrück bleiben möchten. Wenn sie keine eigene Wohnung haben, gelten sie als obdachlos und müssen dann zunächst in einer Obdachlosenunterkunft untergebracht werden. Auch dafür muss Wohnraum im Voraus geplant werden. Insgesamt sind zurzeit 18 Personen in Obdachlosenunterkünften untergebracht. Hierbei handelt es sich um Einzelpersonen und nicht um Familien. Von den 18 Personen sind 12 anerkannte Flüchtlinge. Drei Obdachlosenunterkünfte stehen zurzeit für die weitere Unterbringung noch zur Verfügung.

 

Im Bereich Integration liegt das Hauptaugenmerk auf der Sprachschulung. In den letzten 12 Monaten konnten aus Spenden und Zuschüssen sechs Deutsch- und Alphabetisierungskurse organisiert werden. Erst letzte Woche fand wieder eine Abschlussprüfung mit 13 Teilnehmern statt.

Nach wie vor ist das Ehrenamt in Delbrück unverzichtbar. Die Betreuung umfasst längst nicht mehr nur die Organisation von Möbeln, Haushaltswaren und Fahrrädern. Neben Arztbesuchen, Schulangelegenheiten und Behördengängen unterstützen sie intensiv bei der Integration, hören sich die Sorgen und Nöte an, motivieren, trösten und nehmen die Asylbewerber mit.

"Die Situation insgesamt hat sich gewandelt. Vorrangig ist der Fachbereich Soziales nicht mehr nur noch mit der Unterbringung und Ausstattung der Asylbewerber beschäftigt. Vielmehr treten immer mehr zwischenmenschliche Sorgen und Nöte der Asylbewerber und Flüchtlinge auf. Ängste um die Familien in den Heimatländern belasten die Flüchtlinge, das andauernde und langwierige Asylverfahren zermürbt sie.", weiß Integrationsbeauftragte Brigitte Strunz.



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