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Nachricht aus dem ARCHIV vom 02. März 2016

Delbrücker Stadtarchiv erhält einmaliges Firmen-Archiv der Firma A. Brenken

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Firmen-Archiv kommt ins Stadtarchiv

(v. l.) Ferdinand Kleine (Stadtarchiv), Dr. Michael Baumgart, Toni Protte (Stadtarchiv) und Margarete Brautmeier-Brenken

Ein besonderes Stück Delbrücker Einzelhandelsgeschichte hat nun das Delbrücker Stadtarchiv mit den alten Geschäftspapieren der Firma A. Brenken erhalten. Über 300 Jahre gab es das Geschäft A. Brenken in Delbrück, von 1695 - 1997, und damit war es das älteste Geschäft in Ost-Westfalen.

Über sieben Generationen wandelte es sich vom "Crahmhandel" zum Modehaus. In den alten Geschäftsbüchern ist dokumentiert, dass vor 200 Jahren das Hauptgeschäft mit Aussteuern, Betten und Stoffen gemacht wurde. Ein eigener Schneider versorgte die Delbrücker mit Jacketts und Hosen für den Herrn, und Kleidern und Mänteln für die Damen. Das "Kolonialwarengeschäft" Brenken galt als stilbildendes Modehaus im Delbrücker Land und weit darüber hinaus. Besonders auch im Hinblick auf die Delbrücker Tracht war das Geschäft von großer Bedeutung, galt die Delbrücker Tracht im Volksmund teilweise sogar als "Brenkener Tracht". Margarete Brautmeier-Brenken weiß, dass ihr Urgroßvater per Kutsche zur Leipziger Messe reiste, um angesagte Borden, Spitzen und Stoffe einzukaufen und damit die Trachten neu zu beleben. Das Firmen-Archiv umfasst die vollständigen Unterlagen der Jahre 1803 bis 1960. Neben Spitzen, Stoffproben und Modellzeichnungen enthalten die Unterlagen auch Briefe und sogar Bankunterlagen der Kunden, denn als es noch keine Bank in Delbrück gab, hatte diese Aufgaben die Firma Brenken zum Teil übernommen. Anton Wilhelm Brenken (1821-1889) betrieb sogar ein Auswanderungsbüro in die USA und charterte ganze Schiffe.

Dr. Michael Baumgart hatte bereits 2007 seine Doktorarbeit "Delbrücker Tracht" in der Publikationsreihe "Schriften des LWL-Freilichtmuseums Detmold, Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde" veröffentlicht. Für seine Doktorarbeit nahm er das gesamte Firmen-Archiv der Firma Brenken genauestens unter die Lupe. "Ich freue mich sehr über den heutigen Tag. Nun können meine Aussagen auch offiziell nachgelesen werden", sagt Dr. Michael Baumgart mit einem Augenzwinkern. "Die Unterlagen sind jedoch nicht nur im Hinblick auf die Trachtenkunde äußerst interessant, sondern sie bieten noch viele weitere Dimensionen.", so Baumgart weiter.

Wie interessant und wertvoll die Unterlagen sind, zeigen auch das große Interesse vom Stadtarchiv Paderborn, dem Kreismuseum Wewelsburg und dem Museum in Detmold. "Wir sind Frau Brautmeier-Brenken sehr dankbar, dass sie ihr Firmen-Archiv an unser Stadtarchiv übergeben hat. Die Firma A. Brenken hat die Delbrücker Geschichte mit geprägt und hatte eine große Bedeutung für die Stadt, die wir nun langfristig erhalten und sichern.", freut sich Toni Protte vom Stadtarchiv.

 

Seit Februar 2014 ist das Archiv der Stadt Delbrück bereits offiziell eröffnet. Um das ehemals reine Verwaltungsarchiv auch weiterhin zu einem "Gedächtnis der Stadt" ausbauen zu können, ist man auf die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. "Zur Zeit sind wir besonders auf der Suche nach Fotos aus der Zeit von 1920 - 1950, die in einem unserer Orte entstanden sind.", bittet Toni Protte die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe.

Für Interessierte oder auch für die, die Schriftstücke, Fotos oder ähnliches abgeben möchten, ist das Archiv donnerstags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung erreichbar. Es befindet sich im Rathaus, Marktstr. 6, im EG zwischen Bürgerbüro und Standesamt. Gern können sich Interessierte auch per E-Mail, Archiv@stadt-delbrueck.de, oder telefonisch unter 05250 996-145 (Do. 15 - 18 Uhr), oder 05250 8999, melden und Termine vereinbaren.



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