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Nachricht aus dem ARCHIV vom 17. März 2015

Delbrücker Kitaleiterinnen stellen veränderte Anforderungen vor

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Die Leiterinnen der Kitas in Delbrück

Trafen sich im Rathaus zu einem Arbeitsgespräch: (1. Reihe v. l.) Detlef Müller (Geschäftsführer Gemeindeverband Hochstift Paderborn), Brigitte Becker (Kita Lippenest), Petra Mertens (kath. Kita Westenholz), Iris Wrede (FZ Westenholz), Maria Pottmeier Kita Kunterbunt), Bürgermeister Werner Peitz; (2. Reihe v. l.) Marlies Henning (städt. Kita Hagen), Kristina Neuber (städt. Kita Ostenland), Marleen Voß (FZ Pusteblume), Brigit Graf (Kita Abenteuerland); (3. Reihe v. l.) Vera Baue (kath. Kita Ostenland), Julia Tepper (Kita Bentfeld); (4. Reihe v. l.) Klara Kersting (kath. Kita St. Johannes Delbrück), Rita Henke (kath. Kita Hagen), Karin Frensemeier (Kita Schöning), Marion Heinroth (Kita Lippling)

Das "klassische" Familienbild hat sich in eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensformen (z. B. Alleinerziehende, Kinder mit Migrationshintergrund, Patchworkfamilien usw.) gewandelt. Viele Eltern sind darauf angewiesen, dass beide Elternteile berufstätig sind und so hat sich auch die Zeit, die Kinder in der Kindertageseinrichtung (Kita) verbringen, deutlich geändert. Die Kitas nehmen als familienergänzende Institutionen einen immer größeren Rahmen im Tagesablauf des Kindes ein. Die Bildungs- und Erziehungsarbeit in Zusammenarbeit mit den Eltern wird somit immer wichtiger um diese zu unterstützen und zu beraten. Die Vernetzung mit weiteren Fachpersonen und Fachinstitutionen gewinnt in diesem Kontext ebenso mehr an Bedeutung. Deutlich wird vor allem, dass die Anforderungen an die Elementarpädagogik sich hiermit grundlegend verändert haben. Der Beruf der Erzieherin/des Erziehers befindet sich in einem Umbruch.

Immer mehr in den Vordergrund rückt das Vermitteln der kindlichen Schlüsselqualifikationen, wie die sozialen und emotionalen Kompetenzen. Die Forschungsarbeiten der letzten Jahre, vermehrt die der Neurologie/ Hirnforschung, machen deutlich, wie wichtig es ist, diese Qualifikationen zu vermitteln. Sie bilden das Fundament für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.

 

Durch die gesellschaftlichen Veränderungen erfüllt das Fachpersonal in den Kitas auch als Betreuungs- und Bindungspersonen eine besonders wichtige Aufgabe.

"Kinder sind gerade in den ersten Lebensjahren sehr verletzbar und völlig von der liebevollen, ständigen Pflege und Versorgung durch vertraute Bezugspersonen abhängig. Der aktuelle Forschungsstand aus der Psychologie, Neurologie und Pädagogik zeigt: Kinder brauchen für ihre Entwicklung die Befriedigung ihrer seelischen Grundbedürfnisse ebenso, wie sichere Bindungsbeziehungen. Das wirkt sich besonders auf das Lernverhalten des Kindes aus. Kinder, die sich durch feste Bezugspersonen sicher fühlen, zeigen einen mutigen Erkundungstrieb und sind offen und neugierig auf ihre neue Umgebung.", so die Kitaleiterinnen.

Damit das gelingt, orientieren sich die meisten Kindertageseinrichtungen der Stadt Delbrück in der Eingewöhnungsphase an dem "Berliner Eingewöhnungsmodell."

In Absprache mit den Eltern verläuft die Eingewöhnung nach folgenden Kriterien:

  • In der dreitägigen Grundphase verbleibt eine enge Bezugsperson mit dem Kind eine Stunde in der Einrichtung. Die Bezugserzieherin nähert sich dem Kind spielerisch um die spätere Ablösung durch die vertraute Bezugsperson anzubahnen.
  • Erste Trennungsversuche erfolgen am vierten bis sechsten Tag. In dieser Stabilisierungsphase trennt sich die Bezugsperson für ca. eine halbe Stunde räumlich vom Kind, bleibt aber in der Einrichtung.
  • Schließlich wird die Betreuungszeit langsam der Buchungszeit angeglichen. Die Bezugsperson ist jederzeit telefonisch erreichbar.
  • Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn das Kind sich sicher fühlt und die Erzieherin/ den Erzieher als Bezugsperson akzeptiert.

 

Durch die Berufstätigkeit beider Elternteile, sowie alleinerziehender Eltern verbringen immer mehr Kinder den ganzen Tag in der Kita. Darum ist eine besonders hohe Qualität der Arbeit in den Einrichtungen erforderlich, die den Kindern Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Dazu gehört ein strukturierter Tagesablauf, an dem sich die Kinder orientieren können. "Bei der hohen Anzahl der Kinder im Übermittagsbereich ist diese Phase im Tagesablauf zur Kernzeit geworden und fordert die ErzieherInnen im hohen Maße. Die Kinder brauchen beim Essen und Schlafen bzw. in der Ruhephase konstante und einfühlsame ErzieherInnen, besondere Zuwendung, wiederkehrende Rituale und Regelmäßigkeiten, die eine geborgene Atmosphäre entstehen lassen. Diese wichtige Ruhephase ermöglicht den Kindern, das Erlernte zu verarbeiten und am Nachmittag in ein ruhiges Spiel überzugehen.", so die Kitaleiterinnen weiter.

Die pädagogische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen ist von Anfang an auf eine ganzheitliche individuelle Förderung der Kinder ausgerichtet. Denn nur hierauf kann ein Fundament für ihr weiteres Leben gebaut werden.

Eine ganzheitliche individuelle Förderung findet vor allem im selbstbestimmten freien Spielen statt. Bereits renommierte Wissenschaftler, wie Fröbel, Montessori und Piaget, haben vor langer Zeit auf die hohe Bedeutung des Spielens für die kindliche Entwicklung hingewiesen.

Die unterschiedlichen Spielformen, denen die Kinder in der Kindertageseinrichtung nachgehen können, unterstützen diese in ihrer emotionalen, sozialen, motorischen, sprachlichen und kognitiven Entwicklung und fördern ihre individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozesse.

Es ist nicht mehr zeitgemäß, Angebote und Aktionen den Kindern vorzugeben. Die Planungen der pädagogischen Arbeit basieren vielmehr auf einer ganzheitlichen Beobachtung und Dokumentation des Entwicklungs- und Bildungsweges jeden einzelnen Kindes. So können die pädagogischen Fachkräfte herausfinden, wo die Stärken und Interessen der Kinder liegen und ihre individuellen Entwicklungs- und Bildungswege aufzeigen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen ist es Aufgabe der Fachkräfte, das freie Spielen der Kinder entsprechend vorzubereiten, indem sie geeignete Raumgestaltungen und Spielmaterialien für die Kinder bereitstellen.

Die ErzieherInnen gestalten am Nachmittag hinsichtlich ihrer individuellen Beobachtung die Lernumgebung der Kinder. So entsteht die Möglichkeit, den Kindern Flexibilität für eigene Bedürfnisse einzuräumen. Die Kinder brauchen Zeiträume, in denen sie im Spiel versinken, den Augenblick genießen und die Zeit vergessen dürfen.

Intensives selbstbestimmtes Spielen lässt Kinder wichtige Erfahrungen für ihre Entwicklung und Bildung gewinnen. Unterbrechungen ihrer Spielhandlungen reißen Kinder aus einem wichtigen Entwicklungs- und Lernprozess heraus.

Die bekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren brachte einmal die Bedeutung des Spielens treffend zum Ausdruck: "Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann."

Um den Kindern und Eltern die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, ist es unabdingbar, die Unterschiedlichkeit der Kinder und ihrer Familien zu berücksichtigen.

Die Ausbildung und Weiterbildung der ErzieherInnen, sowie vernünftige Rahmenbedingungen sind hierfür Voraussetzung, die in Delbrück bereits vorbildlich geschaffen wurden.



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