Hier finden Sie die innere Navigation, die Ihnen helfen soll schnell innerhalb der Seite zu navigieren.
Panoramablick über den Delbrücker Marktplatz
Navigationsbypass
Haupt Menü
Hauptnavigation
Navigationsbypass

Nachricht aus dem ARCHIV vom 17. November 2014

Interkulturelles Frauenfrühstück und Ökumenisches St. Martinfrühstück

Innere Navigation

Beim Frauenfrühstück

(v. l.) Stefan Obermeier, Mitarbeiter Deutsche Rentenversicherung Paderbrorn; Gisela Celik, Vorsitzende der syrisch-orthodoxen Frauengruppe Mor Malke; Rita Köllner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Delbrück; Werner Peitz, Bürgermeister der Stadt der Delbrück; Sonja Ergin, Vorsitzende der syrisch-orthodoxen Frauengemeinschaft Delbrück e.V.

Von dem "verflixten siebten Jahr" konnte am Samstagvormittag keine Rede sein, als die Organisatorinnen des "Interkulturellen Frauenfrühstücks", Rita Köllner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Delbrück, und Sonja Ergin, Vorsitzende der syrisch orthodoxen Frauengemeinschaft Delbrück e.V., die mehr als 100 Frauen im Gemeindesaal der syrisch orthodoxen Kirche begrüßten. Unterstützung bekamen sie von den Damen, der syrisch orthodoxen Frauengruppe Mor Malke, die traditionell zu diesem Zeitpunkt zum ökumenischen St. Martinsfrühstück einladen.

 

Auch Bürgermeister Werner Peitz war der Einladung gefolgt und begrüßte die Damen im Namen der Stadt Delbrück und bedankte sich bei Allen, die sich ehrenamtlich zum Wohle der Stadt Delbrück einsetzen. Sein besonderer Dank galt den beiden syrisch-orthodoxen Frauenvereinen, die schon früh am Samstagmorgen mit viel Liebe zum Detail ein kulinarisches Frühstücksbuffet gezaubert hatten und die sich darüber hinaus auch im Gemeinwesen ehrenamtlich engagieren.

 

"Minijob" und "Rente" standen im Mittelpunkt des Vormittags, zu denen die drei Organisatorinnen Zahlen, Daten und Fakten zusammengetragen hatten.

 

Demnach sind in den fast acht Millionen Minijobs überwiegend Frauen beschäftigt, denen man als "Beschäftigte 2. Klasse" oft gesetzeswidriger Weise die Arbeitnehmerrechte, wie bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw. vorenthält.

"Minijobs - sie sollten eine Brücke in den regulären Arbeitsmarkt sein, für Langzeitarbeitslose und Frauen, die aus familiären Gründen zu Hause geblieben waren, sollte der Minijob eine Brücke zurück in das normale Arbeitsleben werden. Klein anfangen, sich einarbeiten, dann eine RICHTIGE Stelle bekommen… Das war die Hoffnung", beschreibt Gisela Celik, Vorsitzende der syrisch orthodoxen Frauengruppe Mor Malke das, während der großen Arbeitsmarktreform zwischen 2003 und 2005, eingeführte Arbeitsmarktinstrument.

 

"Es war eine Illusion und ist eine Sackgasse und eben kein Sprungbrett in sichere, gute Arbeit. Studien zeigen, dass die meisten erwerbstätigen Frauen nicht geringfügig oder in Teilzeit arbeiten wollen, sondern in Vollzeit. Aber sie werden zunehmend in Minijobs abgedrängt - und der Staat fördert das", ergänzt Sonja Ergin.

 

"Man bedenke, dass der Staat zwischen 2007 und 2011 mehr als 53 Milliarden Euro ausgab, um unzureichende Löhne von Geringverdienern aufzustocken. Mittlerweile fördert der Staat prekäre Beschäftigungsverhältnisse mit ca. 11 Milliarden Euro jährlich. Auch eine Form der Wirtschaftsförderung…", resümiert Rita Köllner.

 

Auch der Referent für das Thema "Rente", Stefan Obermeier, Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Paderborn, betonte, dass eine Alterssicherung mit Minijobs nicht möglich sei. "Es wird nach ca. 45 Jahren "Minijob" ein Rentenanspruch von monatlich 199,35 € erworben", ist seine nüchterne Feststellung. Allen Anwesenden empfiehlt er, ihre Rentenkonten klären zu lassen, entweder bei der Stadt Delbrück oder direkt bei der Deutschen Rentenversicherung. Auch in Bezug auf die "Mütterrente" solle man prüfen, ob durch eine einmalige Einzahlung Rentenansprüche erworben werden können. So hätte z. B. die früher gängige Praxis, sich die Rentenbeiträge bei der Heirat auszahlen zu lassen, dazu geführt, das Frauen, die z. B. nur für zwei Kinder Rentenpunkte bekämen, dadurch allein keinen Rentenanspruch hätten. Bei einer Einmalzahlung von 1020,60 EURO bekommen diese Frauen neuerlich eine Rente von ca. 106 EURO.

 

Nach einem gut 2 ½ stündigen Programm, mit Chor- und Sketcheinlage, sowie einem "Minijob Quiz" verabschiedeten sich die Moderatorinnen mit dem Hinweis, dass der traditionelle Obolus für das Frühstück dieses Mal der Beth Nahrim Solidaritätsgruppe (BSK) gespendet werde, dessen Vorsitzender Pastor Semun Demir dafür sorgt, dass das Geld bei Menschen im Irak ankommt.

Weitere Informationen erhalten sie bei Rita Köllner unter Telefon: 05250|996-281.



Ende Inhalt