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Nachricht aus dem ARCHIV vom 27. Januar 2014

Handicap Kidz erhalten Hauptpreis der Westfalen-Initiative

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Bei der Urkundenüberreichung
sitzend v.l.: Anja Schirm, Gertrud Uhling (beide Elterninitiative), Dr. Niels Lange (Geschäftsführer der Westfalen Initiative), Günter Korder, Gisela Bewer (alle Elterninitiative), hinten v.l.: Andrea Grabbe (Leiterin FZ Purzelbaum), Nicole Hupe, Anne Montag (Elterninitiative), Rita Köllner (Familienbeauftragte der Stadt Delbrück) und Bürgermeister Werner Peitz.

Brücken bauen von Mensch zu Mensch

Über Inklusion wird derzeit viel gesprochen. Die Handicap Kidz leben sie bereits seit zwei Jahren. Jenseits aller staatlichen Programme setzt sich die Delbrücker Elterninitiative für die Gemeinschaft von Kindern mit Handicap mit Nichtbehinderten im Alltag ein. Was mit fünf Familien begann, hat Kreise gezogen. Inzwischen sind, in unterschiedlicher Zusammensetzung, rund 30 Familien dabei. Die Westfalen-Initiative hat dieses Engagement im Rahmen ihres Wettbewerbs "Westfalen bewegt" mit einem Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro ausgezeichnet. "Die Handicap Kidz schlagen Brücken von Mensch zu Mensch. Sie warten nicht auf institutionalisierte Unterstützung, sondern gestalten das Miteinander als ganz selbstverständlich und natürlich. Auf nachahmenswerte Weise machen sie das Gesicht der Gesellschaft etwas menschlicher", würdigt Dr. Niels Lange, Geschäftsführer der in Münster ansässigen Westfalen-Initiative die Inklusions-Aktivisten.

Für Initiator Günter Korder ist ganz normal, dass seine Familie alle Aktivitäten gemeinsam mit der inzwischen neunjährigen behinderten Tochter unternimmt. "Aber wir haben wenige Familien gesehen, die es ähnlich machen. Da haben wir uns gesagt, wir müssen etwas tun, damit die Betroffenen aus der selbstgewählten Isolation kommen." Die Angesprochenen waren schnell überzeugt, und von der Familienbeauftragten der Stadt Delbrück gab´s ebenso Unterstützung wie vom städtischen Familienzentrum. Dort treffen sich die Handicap Kidz seit Januar 2012 jeden ersten Montag eines Monats. Inzwischen sind Familien aus den Bereichen Delbrück, Hövelhof, Gütersloh und Paderborn dabei, wenn Maßnahmen geplant werden, die gleichermaßen die Kinder mit Handicap ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend fördern als auch die Familien entlasten.

Der Spaß und das Erleben eines normalen Alltags stehen dabei an erster Stelle. Da gibt es Spielvormittage für die Jüngeren und einen Jugendtreff am Spätnachmittag, stets für Behinderte und Nichtbehinderte, oder regelmäßige "geschützte Badezeiten" im Hallenbad, bei denen die Kinder mit Handicap zunächst das Hallenbad allein in größerer Ruhe nutzen können, um dann in einem fließenden Übergang am normalen Badebetrieb teilzunehmen. "Jeder, der meint, dass ein Angebot seinem Kind gut tut, kann mitmachen. Es gibt keine Vorgaben, egal, ob Rolli-Fahrer, sehbehindert oder Kind mit Down-Syndrom", skizziert Korder die Gruppenzusammensetzung. Aus Sicht des Initiators der Handicap Kidz sind die gemeinsamen Unternehmungen auch für die Erwachsenen ein Gewinn: "Das fühlt sich einfach gut an. Es bereichert mein Leben. Ich schaue in Bereiche, die ich sonst nicht wahrnehmen würde." Höhepunkt der Aktivitäten war ein inklusives Spielfest im vergangenen Sommer, zu dem mehrt als 1.000 Menschen kamen.

Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz freut sich für die Handicap Kidz über den Preis der Westfalen-Initiative. "Die Elterninitiative setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2012 intensiv für die Inklusion von Kindern mit unterschiedlichsten Behinderungen ein. Es gab in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Aktivitäten. Mit den 10.000 Euro ist es möglich, weitere Aktivitäten dieser Gruppe zu unterstützen." Wofür das Geld eingesetzt wird, weiß Günter Korder bereits: "Wir werden damit unter anderem therapeutische Reitstunden einkaufen. Viele Familien können sich das sonst überhaupt nicht leisten."

Auch weitere Gruppen haben die Chance auf Unterstützung durch die Westfalen-Initiative. Denn das Projekt "Westfalen bewegt" geht in eine neue Runde. Auftakt ist am 11. März in Hamm, wo der Wettbewerb und die bisherigen Preisträger noch einmal vorgestellt werden. Einsendeschluss ist dann der 1. April. Details über das Projektziel, den Aufbau eines regionalen Bürgernetzwerkes als Plattform für bürgerschaftliches Engagement und Innovation und für deren Übertragung, gibt es auf der Internetseite www.westfalenbeweger.de.



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