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Nachricht aus dem ARCHIV vom 07. März 2013

Informationen über Gesamtschule und Sekundarschule

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Teil 1: Was ist eine Sekundarschule?

Was ist eine Sekundarschule?

In Nordrhein-Westfalen sind Sekundarschulen neu. Die Landesregierung und die CDU haben vereinbart, sie ab Schuljahr 2012/13 auf Antrag der Städte und Gemeinden einzurichten, und zwar als Teil des Regelschulwesens. Hauptgründe sind sinkende Schülerzahlen, bestandsgefährdete Hauptschulen und die große Nachfrage nach Schulen, die längeres gemeinsames Lernen ermöglichen.

Was aber ist eine Sekundarschule? Zunächst: Sie sind "vollständige" Schulen. Das bedeutet: Ihr Unterrichtsangebot ist für alle Grundschulabgänger geeignet, für leistungsstarke wie für leistungsschwache Kinder. Alle sollen optimal gefördert werden. Die Schule unterrichtet nach Lehrplänen der Realschulen und Gesamtschulen, vermittelt damit auch Inhalte auf Gymnasialniveau. Daher ist auch der Einsatz von Gymnasiallehrkräften in der Sekundarschule verbindlich. Am Ende der Klassenstufe 10 können alle Abschlüsse erreicht werden.



Damit ist für geeignete Schülerinnen und Schüler auch der Übergang in eine gymnasiale Oberstufe möglich. Das kann jede beliebige Oberstufe sein, die auch zum Abitur führt: Gymnasium, Berufskolleg oder Gesamtschule. Um dies zu sichern, wird mit mindestens einer Oberstufe, die zum Abitur führt, ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Damit wird für Absolventen mit einer qualifizierten Fachoberschulreife nach der Sekundarschule die Aufnahme in die Oberstufe gesichert.

Die Sekundarschule ist eine Schule der Sekundarstufe I, also der Klassen 5 bis 10. In den Klassenstufen 5 und 6 ist gemeinsamer Unterricht verpflichtend, ab Jahrgangsstufe 7 kann jede Sekundarschule ihr eigenes Differenzierungskonzept entwickeln. Das Modell der Sekundarschule lässt hier nahezu jede Variante zu - von Schulformabteilungen nach dem Modell des gegliederten Schulwesens über eine Ausweitung des gemeinsamen Unterrichts bis hin zur vollständigen Integration.

Eine Sekundarschule ersetzt in aller Regel eine Realschule und eine Hauptschule. Dabei gilt: Alle Schülerinnen und Schüler, die die Realschule oder die Hauptschule schon besuchen, gehören bis zum Ende ihrer Schulzeit diesen beiden Bildungsgängen an. So wie eine Sekundarschule jahrgangsweise aufgebaut wird, laufen die Vorgängerschulen jahrgangsweise aus.

Sekundarschulen werden in der Regel als gebundene Ganztagsschulen geführt.

Die Sekundarschule soll den Wünschen zahlreicher Eltern und Grundschullehrkräfte entgegenkommen: Keine Trennung der Kinder nach Abschluss der Grundschule, keine Schullaufbahnempfehlung nach der Grundschule, die über den weiteren Werdegang des Kindes entscheidet, kein vorzeitiger Wechsel der Schullaufbahn ("Abschulung") und Sitzenbleiben nur dann, wenn Eltern dies wünschen.

Wie alle anderen Schulen auch müssen Sekundarschulen durch Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen nachweisen, dass sie erfolgreich gearbeitet haben.

 

Die Umsetzung einer Sekundarschule in Delbrück:

Wir sagten es ja bereits: Für Sekundarschulen gibt es kein Standardmodell. Jede Schule ist gewissermaßen ein Unikat, das auf die Bedingungen des Standortes zugeschnitten ist. Das gilt auch für eine mögliche Sekundarschule in Delbrück.

Das Modell geht von einer sechszügigen Sekundarschule aus. Sechs Züge bedeutet, dass sechs parallele Klassen gebildet werden. Jeweils drei Parallelklassen werden in den Gebäuden der heutigen Hauptschulen in Westenholz und Ostenland untergebracht, allerdings nur die Klassenstufen 5+6. Zum 7. Schuljahr wechseln die Schülerinnen und Schüler aus Westenholz und Ostenland in das Gebäude der heutigen Realschule Delbrück. Dort bleiben Sie bis zum Abschluss der 10. Klasse. Bei entsprechenden Leistungen können Schülerinnen und Schüler in die Oberstufe des Gymnasiums oder in eine auswärtige Oberstufe wechseln und dort das Abitur erwerben.

In einer grafischen Übersicht sieht das Sekundarschulmodell so aus:



Sekundarschule

Eine solche Nutzung der vorhandenen Schulgebäude hat zwei Vorteile: Erstens können gut ausgestattete Klassen- und Fachräume weiter genutzt werden, zweitens gibt es in Westenholz und Ostenland das vollständige Angebot weiterführender Bildung zumindest für zwei Schuljahre.

Die Alternative sähe so aus: Bei einem mutmaßlichen Auslaufen der Hauptschulen gäbe es weder in Westenholz noch in Ostenland ein weiterführendes Schulangebot, sondern nur noch jeweils eine Grundschule. Beide Hauptschulgebäude blieben ungenutzt. Gleichzeitig müsste in Delbrück mit Millionenaufwand neuer Schulraum geschaffen werden.

Das ist angesichts der angespannten Finanzsituation der Stadt Delbrück auch im Interesse der nachwachsenden Generationen nicht zu verantworten.



Teil 2: Was ist eine Gesamtschule?

Seit 1969 gibt es in Nordrhein-Westfalen Gesamtschulen. Zunächst waren sie Schulversuche, ab 1980 wurden sie Teil des Regelschulwesens. Im Schuljahr 2010/11 gab es 225 Gesamtschulen, im Schuljahr 2012/13 werden es etwa 270 sein.

Was ist eine Gesamtschule? Sie ist vor allem eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Beim Übergang von der Grundschule spielen Eignungsfeststellungen nur eine untergeordnete Rolle, denn die Schule ist ja offen für alle Kinder. Das zentrale Ziel der Gesamtschule ist es, alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Leistungsvermögen intensiv zu fördern und zu den bestmöglichen Schulabschlüssen zu führen.

Was bewegt Eltern, ihr Kind in einer Gesamtschule anzumelden? Da kann es viele Gründe geben. Manche Eltern glauben nicht, dass ihr Kind schon im Alter von zehn Jahren den Anforderungen eines Gymnasiums gewachsen ist, andere vertrauen darauf, dass das offene Konzept der Gesamtschule auch Spätentwicklern eine Chance gibt. Es gibt aber auch Eltern, die die frühe Aufteilung der Kinder nach dem 4. Grundschuljahr ablehnen. Wieder andere Eltern entscheiden sich für eine Gesamtschule, weil hier Ganztagsunterricht immer schon zum Schulalltag gehört.

Neuerdings wird aber auch über eine wachsende Zahl von Eltern berichtet, die für ihr Kind mehr Zeit auf dem Weg zum Abitur wünschen, denn anders als Gymnasien führen Gesamtschulen erst nach neun Schuljahren zum Abitur. Die Sekundarstufe I umfasst also sechs Schuljahre (Gymnasium: fünf), die Oberstufe dauert hier wie dort drei Schuljahre.

Die Schule unterrichtet nach dem Lehrplan für Gesamtschulen, das versteht sich von selbst. Wichtig: In diesem Lehrplan sind auch Anforderungen auf Gymnasialniveau enthalten. Schülerinnen und Schüler, die diesen Anforderungen gewachsen sind, sollen auch auf diesem Niveau lernen können. Selbstverständlich unterrichten in der Gesamtschule auch Gymnasiallehrkräfte. Das ist schon deshalb erforderlich, weil jede Gesamtschule eine eigene Oberstufe hat und damit auch ohne Schulwechsel das Abitur ermöglicht.

Damit vermittelt die Gesamtschule alle Schulabschlüsse, die auch im traditionellen Schulsystem vergeben werden können, vom Hauptschulabschluss bis zur Hochschulreife - gewissermaßen alle unter einem Dach.

Für eine eigene Oberstufe braucht die Gesamtschule einen ausreichend starken "Unterbau", also eine Sekundarstufe I mit so vielen Schülerinnen und Schülern, dass die Übergängerzahl für die Oberstufe ausreicht. Das sollen pro Jahr mindestens 42 sein. Aus diesem Grund muss eine Gesamtschule mindestens vier parallele Klassen bilden. Früher waren dafür 112 Schülerinnen und Schüler erforderlich (4 x 28), jetzt reichen bei Neugründungen bereits 100 aus, also 4 x 25.

Die Gesamtschule ist eine integrierte Schule, also eine Schule für alle. Ihr pädagogisches Grundkonzept sieht vor, dass anfänglich der Unterricht weitestgehend gemeinsam im Klassenverband erteilt wird. Ab Klassenstufe 7 gibt es besondere Angebote, die sich an den Neigungen, Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler orientieren. Dieser so genannte Wahlpflichtunterricht wird ab Klassenstufe 9 noch einmal ausgeweitet.

Klassenwiederholungen sind in Gesamtschulen nicht üblich, auch keine vorzeitigen "Abschulungen" in andere Schulformen. Wenn so etwas doch einmal vorkommt, geht es in aller Regel auf die Wünsche der Eltern zurück.

Gesamtschulen müssen wie alle anderen Schulen durch Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen nachweisen, dass sie erfolgreich gearbeitet haben. Im Bereich der Oberstufe unterliegen Gesamtschulen derselben Schulaufsicht wie Gymnasien.

Üblicherweise entsteht eine Gesamtschule aus vorhandenen Realschulen und Hauptschulen. Das würde in Delbrück auch der Fall sein. Ein Nebeneinander von Gesamtschule und Haupt- oder Realschule ist in Delbrück nicht möglich. Das Gymnasium bleibt unverändert bestehen.

Das bedeutet: Alle Schülerinnen und Schüler, die jetzt die Hauptschule oder die Realschule besuchen, gehören bis zum Ende ihrer Schulzeit diesen ihrem Bildungsgang an. Die Gesamtschule wird jahrgangsweise aufgebaut wird, die Vorgängerschulen laufen jahrgangsweise aus.

Die Besonderheiten einer Gesamtschule in Delbrück:

Für Delbrück wurde ein besonderes Gesamtschulangebot entwickelt. Dabei sollen die Ortsteile Westenholz und Ostenland berücksichtigt werden. Wie geht das?

Das Modell, das vom Ministerium für Schule und Weiterbildung grundsätzlich genehmigt wurde, geht von einer sechszügigen Gesamtschule aus. Sechs Züge bedeutet, dass sechs parallele Klassen gebildet werden. Jeweils drei Parallelklassen werden in den Gebäuden der heutigen Hauptschulen in Westenholz und Ostenland untergebracht. Gesamtschulkinder aus Delbrück müssten also die ersten zwei Schuljahre entweder den Teilstandort Westenholz oder Ostenland besuchen. Die vorhandene Raumkapazität erlaubt die Nutzung nur diese zwei Jahre, also vom 5. bis 6. Schuljahr. Zum 7. Schuljahr wechseln alle Schülerinnen und Schüler in das Gebäude der auslaufenden Realschule Delbrück. Bei entsprechenden Leistungen können die Gesamtschüler hier in die Oberstufe wechseln und das Abitur erwerben.

In einer grafischen Übersicht sieht das Modell so aus:



Gesamtschule


Eine solche Nutzung der vorhandenen Schulgebäude hat zwei Vorteile: Erstens können gut ausgestattete Klassen- und Fachräume weiter genutzt werden, zweitens gibt es in Westenholz und Ostenland das vollständige Angebot weiterführender Bildung zumindest für zwei Schuljahre.

Die Alternative sähe so aus: Bei einem mutmaßlichen Auslaufen der Hauptschulen gäbe es in Westenholz und Ostenland jeweils nur noch eine Grundschule. Die Hauptschulgebäude blieben ungenutzt. Gleichzeitig müsste in Delbrück mit Millionenaufwand neuer Schulraum geschaffen werden. Das kann niemand ernsthaft wollen.



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