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Nachricht aus dem ARCHIV vom 17. Dezember 2012

Delbrücker Netzwerk Barrierefreiheit bringt viele Ideen aus Modellstadt Warburg mit

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(von links): Kerstin Weitemeier, Peter Teschner, Heiner Lübbers, Helga Lübbers und Rita Köllner. Foto: Axel Langer.
(von links): Kerstin Weitemeier, Peter Teschner, Heiner Lübbers, Helga Lübbers und Rita Köllner. Foto: Axel Langer.

Vergleichbare Problemstellung mit vielen Ideen gelöst

Delbrück / Warburg (al). Seit gut eineinhalb Jahren sensibilisiert das Delbrücker Netzwerk Barrierefreiheit für die Probleme von Menschen mit Handicap im Alltag. Egal ob die Menschen auf einen Rollstuhl angewiesen sind oder mit einem Kinderwagen durch die Innenstadt fahren, oft müssen die gleichen Problemstellen überwunden werden. Wie dies aussehen kann, hat sich das Netzwerk nun bei einer Fahrt in die Modellstadt Barrierefreiheit in Warburg angesehen. 30 Delbrücker nahmen dort den ersten, fertiggestellten Bauabschnitt unter die Lupe.

Die Problemstellungen sind an vielen Stellen durchaus vergleichbar. Die historische Altstadt von Warburg (23.400 Einwohner) ist einer großen Verkehrsbelastung ausgesetzt. Bis zu 10.000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Stadt, überwiegend auf einer wichtigen Ost-West-Verbindung. Fast die Hälfte der Einwohner lebt mit 11.900 im Hauptort, hinzu kommen weitere 15 Ortsteile. Wichtige Infrastruktureinrichtungen für die Gesamtstadt sind in Warburg zu finden. Innerhalb von zehn Jahren werden in zehn Bauabschnitten rund zehn Millionen Euro für die Umgestaltung der Innenstadt aufgewandt. Vor dem Hintergrund, dass Behindertenverbände festgestellt haben, dass alte Menschen oder Menschen mit Handikap einhundert und mehr Kilometer fahren um einzukaufen ist die barrierefreie Umgestaltung einer Innenstadt sicher auch ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor.

2009 wurde mit einem Werkstattprojekt der Startschuss für das Modellprojekt gegeben. "Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, die Politik aus der Entwicklungsphase herauszuhalten. Lediglich der Bauausschussvorsitzende saß in den Gremien. Wir mussten Verkehr, Mobilität und Einzelhandel in Einklang bringen" erklärte Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln seinen Delbrücker Gästen. Kernpunkte der Sanierung sind zwei 1,20 Meter breite Laufbänder, die mit hellem Dolomit gepflastert wurden. "Dies Tabuzonen für parkende Autos. Außerdem gibt es die Übereinkunft mit dem Einzelhandel hier keine Verkaufsständer und keine Aufsteller zu positionieren" machte Bauamtsleiter Manfred Behler klar, dass in Warburg viel auf Konsens gesetzt wurde. Außerdem wurden die Straßenlampen als Pendelleuchte zwischen den Häusern gespannt. Diese hochmoderne Beleuchtung verbraucht mit 25 Watt pro Lampe extrem wenig Strom. So entfallen Laternenpfosten als Stolperfalle. "Wir haben alles, was ein Hindernis sein könnte verbannt" so Behler. Auch Sitzbänke oder Mülleimer gehen in geschlossener Form bis auf den Boden durch.

Bei der Durchfahrt handelt es sich um einen Verkehrsraum mit Fahrzone in der bei eine Geschwindigkeit von vier bis sieben Stundenkilometer alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Parkzonen sind durch helle, eingebohrte Steinkerne auf der Straße markiert. Eine Bürgerbefragung hat ergeben, dass die Innenstadt zwischen 13 und 19 Uhr nicht von Autos befahren werden darf. "Die Beteiligung an der Befragung war größer als bei einer Kommunalwahl" legt auch Bürgermeister Stickeln Wert auf jederzeitige Gesprächsbereitschaft. Zwei Drittel der Befragten haben sich für die jetzige Regelung ausgesprochen. Mit vielen Anregungen kehrte das Netzwerk von der durch die Aktion Mensch unterstützte Fahrt nach Delbrück zurück.



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