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Nachricht aus dem ARCHIV vom 24. Januar 2012

Freiwillige Feuerwehr Delbrück auch weiterhin ohne hauptamtliche Kräfte

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Vertreter der Prüfungskommission, der Delbrücker Feuerwehr und der Stadt
Bürgermeister Werner Peitz, Fachbereichsleiter Heiner Kersting, Kreisbrandmeister Elmar Keuter, Feuerschutzdezernent Karsten Weber, Feuerschutzsachbearbeiter Ulrich Waschkowski (beide Bezirksregierung), Reinhard Brand, Alfons Heisener, Lothar Mühlbrandt (Leiter und stv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück) und Uwe Broeker (Fachbereich Bürgerdienste). Nicht auf dem Bild: Ralf Hilker (Ordnungsamt des Kreises Paderborn)

Delbrück. Jetzt ist es amtlich: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Delbrück wird auch in den nächsten fünf Jahren die gesetzlichen Aufgaben des Feuerschutzes und der Hilfeleistung mit ausschließlich ehrenamtlichen Kräften erfüllen können. Die Überprüfungskommission der Bezirksregierung Detmold und des Kreises Paderborn bescheinigten der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück einen außerordentlich hohen Leistungsstand. Karsten Weber, Feuerschutzdezernent der Bezirksregierung teilte der Leitung der Feuerwehr und den Vertretern der Stadt in einem abschließenden Gespräch mit, dass die Feuerwehr Delbrück bei allen Prüfkriterien "im sehr guten grünen Bereich" liegt. Von allen bisher überprüften Feuerwehren im Regierungsbezirk Detmold erreichte Delbrück die beste Beurteilung.

Kreisbrandmeister Elmar Keuter konnte dieser Aussage aufgrund der gesammelten eigenen positiven Erfahrungen bei Einsätzen der Delbrücker Wehr vor Ort nur beipflichten. Die bisher schon "gefühlte" Leistungsfähigkeit der Delbrücker Feuerwehr sei durch die Überprüfungsergebnisse nun auch formal belegt. "Ich habe eigentlich auch nichts anderes erwartet", so der Kreisbrandmeister.

Die Stadt Delbrück erhält die Ausnahmegenehmigung deshalb auch für den maximalen Zeitraum von 5 Jahren ohne besondere Auflagen. Der Bescheid der Bezirksregierung wird der Stadt Delbrück in Kürze zugehen.

Rechtlicher Hintergrund der Überprüfung ist § 13 des nordrhein-westfälischen Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG). Danach sind Mittlere kreisangehörige Gemeinden (ab 25.000 Einwohnern) verpflichtet, für den Betrieb einer ständig besetzten Feuerwache hauptamtliche Kräfte einzustellen. Die Bezirksregierung kann hiervon Ausnahmen zulassen.

Bürgermeister Werner Peitz, Wehrführer Reinhard Brand und seine beiden Stellvertreter Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener freuen sich über das hervorragende Überprüfungsergebnis. 

Vorausgegangen war in den letzten Monaten ein umfangreiches Überprüfungsverfahren. Alle Bereiche der Feuerwehr wurden beleuchtet und auf Herz und Nieren geprüft: Risikopotential in der Stadt, Fahrzeugkonzeption, Zustand und Alter der Einsatzfahrzeuge, Ausrüstung, Gerätehäuser, Personal-, Qualifikations- und  Führungsstruktur, Alarm- und Ausrückeordnung, Funkkonzept, Aus- und Fortbildungsplanung, Nachwuchsgewinnung und -förderung, Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften und vieles mehr. Auch die Stellung der Feuerwehr in der Stadt, die Unterstützung durch Rat und Verwaltung wurden in die Wertung des Prüfungsgremiums einbezogen. Wesentlicher Punkt der Überprüfung war die Kontrolle der im Brandschutzbedarfsplan durch den Rat beschlossenen Schutzziele, innerhalb der festgelegten Hilfsfristen genügend Einsatzkräfte mit entsprechenden Qualifikationen vor Ort zu haben. Hierzu wurden alle schutzzielrelevanten Einsätze eines Jahres anhand der im Einsatzleitrechner der Kreisfeuerwehrzentrale dokumentierten Alarmierungs- und Eintreffzeiten einschließlich der Funktionen der Einsatzkräfte aufgelistet, ausgewertet und graphisch dargestellt.

"Wir freuen uns über das gute Abschneiden. Der Erfolg ist in erster Linie den hochmotivierten Einsatzkräften in den sechs Löschzügen der Delbrücker Feuerwehr zu verdanken. Es spiegelt aber auch die Unterstützung der Feuerwehr durch den Rat und die Verwaltung wieder. Unser besonderer Dank gilt aber auch den Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern immer die Teilnahme an Einsätzen und Lehrgängen ermöglichen. Dabei möchte ich die Betriebe Hartmann Maschinenbau (GHD) und GEPADE besonders hervorheben" sagte Wehrführer Reinhard Brand.

Bürgermeister Werner Peitz beglückwünschte die Wehrführung zu dem überaus erfolgreichen Abschneiden. "Gerade in einer finanziell schwierigen Zeit ist es wichtig, den städtischen Haushalt nicht mit zusätzlichen Kosten für hauptamtliches Feuerwehrpersonal zu belasten. Die angemessene Ausstattung der Feuerwehr mit Fahrzeugen, Geräten und Einsatzkleidung sowie die Bereitstellung ordentlicher Feuerwehrgerätehäuser sind aber unabdingbare Voraussetzungen für die weitere Erfüllung der gesetzlichen Feuerwehraufgaben zum effektiven Schutz der Bürger, der Betriebe und jedermanns Hab und Gut. Unsere Bürgerinnen und Bürger dürfen zu Recht stolz auf unsere Freiwillige Feuerwehr sein.", sagte Peitz. Die Stadt werde ihre Feuerwehr auch weiterhin nach besten Kräften unterstützen. Der gerade erfolgte Umbau des Gerätehauses in Lippling und der geplante Gerätehausneubau in Westenholz zeugten davon, dass der Rat der Stadt trotz knapper Kassen die Anliegen der Feuerwehr sehr ernst nehme.

Die Delbrücker Wehrführung wies darauf hin, dass Feuerwehrkräfte nicht "vom Himmel fallen". Angesichts veränderter Arbeitswelten und der heute erforderlichen Flexibilität der Menschen kann man nicht mehr davon ausgehen, dass der notwendige Personalbestand aktiver Feuerwehrkräfte zukünftig allein durch den Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr sichergestellt wird. Ein besonderes Augenmerk wird zukünftig auf die Tagesalarmsicherheit zu richten sein. "Wir sind da weiterhin auf die Arbeitgeber in dieser Stadt angewiesen", kündigt die Wehrführung weitere Bemühungen um tagsüber verfügbares Einsatzpersonal an.

Die nächste Überprüfung der Delbrücker Feuerwehr wird zwar erst in fünf Jahren sein, das ist für die Leiter der Feuerwehr aber kein Grund, sich jetzt erst einmal zurück zu lehnen. "Wir müssen der Bezirksregierung halbjährlich über die Entwicklung unserer Feuerwehr und die Auswertung der prüfungsrelevanten Einsätze berichten. Die Weichen für die Zukunft müssen rechtzeitig gestellt werden, oder - um es mit einem Zitat des Dichters Joseph von Auffenberg auszudrücken -  Verbesserungen müssen zeitig glücken - im Sturm kann man nicht mehr die Segel flicken" so die Delbrücker Wehrführung.



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