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Nachricht aus dem ARCHIV vom 17. Oktober 2019

Reparieren statt wegwerfen! "Repair Café" geht in Delbrück an den Start

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Die Initiatoren des Repair-Café

Unterstützen das Reparatur Café:

Heinfried Klefoth und Waltraut Schnupp, Initiatoren des Projektes; Gabriele Hische, Pfarrerin der ev. Kirchengemeinde; Friedel Beckmann und Peter Teschner, Vorstand des Seniorenbeirates der Stadt Delbrück; Heike Paesel (Klimaschutzmanagerin) und Rita Köllner (Familienbeauftragte).

 

Es ist oft wie verhext. Gerade haben der Toaster, der Wasserkocher oder die Kaffeemaschine noch einwandfrei funktioniert und von jetzt auf gleich versagen sie ohne Vorankündigung den Dienst. Oft ist aber eine Reparatur der Geräte viel zu teuer oder scheint erst gar nicht möglich, weil sie nicht mehr aufzuschrauben sind. Der defekte Gegenstand wird durch eine Neuanschaffung ersetzt. Um dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben, wurden die sogenannten "Repair-Cafés" oder auch "Reparatur-Cafés" in den Niederlanden ins Leben gerufen. In Deutschland gibt es sie bereits schon 750-mal. Und nun soll auch in Delbrück ein Reparatur-Café entstehen. Im Gruppenraum des evangelischen Gemeindezentrums, Driftweg 31a, den die Kirchengemeinde unter Pfarrerin Gabriele Hische kostenlos zur Verfügung stellt, wird am 12.01.2020, von 14 - 17 Uhr ein Schnuppertag stattfinden. Danach öffnet das Café regelmäßig jeden 2. Sonntag im Monat von 14 - 17 Uhr. Weitere ehrenamtliche Helfer*innen werden noch gesucht!

 

"In einer Wegwerfgesellschaft, wie der unseren, haben viele Dinge keinen Wert und werden entsorgt. Wir werden versuchen diese defekten Elektrogeräte wieder zu reparieren", erklärt Heinfried Klefoth, Elektromeister und Initiator des "Delbrücker Reparatur-Cafés".

Gäste des Reparatur-Cafés können ihre defekten oder funktions-untüchtigen Kleingegenstände von Zuhause mitbringen. Bei Kaffee und Kuchen und unter Mitarbeit der Gäste, werden sie dann repariert. Und wer nichts zu reparieren hat, trifft nette Leute im Café und verbringt eine angenehme Zeit bei einer Tasse Kaffee oder Tee und Kuchen. Oder hilft jemand anderem bei der Reparatur.

 

"Kaum etwas schont die Umwelt und das Klima mehr wie der Verzicht auf unnötige Güter sowie eine möglichst lange Nutzung bestehender Ressourcen. Das gilt meist sogar, wenn neue elektrische Geräte eine bessere Energiebilanz als das Altgerät aufweisen, denn die Neuproduktion ist extrem energieintensiv und wertvolle Rohstoffe werden verbraucht", erläutert die Klimaschutzmanagerin Heike Paesel die Bedeutung des Projektes.

"Wir freuen uns sehr, wenn Sie selber gerne ehrenamtlich mithelfen möchten, ob als Elektriker*in, Elektroniker*in, Tischler*in, Installateure*in, Schneider*in usw. oder bei der Organisation des Reparatur-Cafés unterstützen wollen, z. B. bei der Kaffee- und Kuchenausgabe im Cafébereich", hofft Rita Köllner, Familienbeauftragte der Stadt Delbrück, auf vielfältige Unterstützung und Interesse an dem Reparatur-Café.

 

Auch der Seniorenbeirat der Stadt Delbrück unterstützt das Projekt. "Die Kontakte unserer Mitglieder reichen bis in alle Ortsteile der Stadt Delbrück. Wir werden in den kommenden Wochen aktiv für das Projekt werben, da ja auch viele Senioren und Seniorinnen in ihrem Berufsleben handwerklich gearbeitet haben. Sie können in diesem Projekt ihr Fachwissen nutzbringend weitergeben", erklärt der Vorstand des Seniorenbeirates, Peter Teschner und Friedel Beckmann.

 

Die Angebote des "Delbrücker Reparatur-Cafés" sind kostenlos. Spenden werden von den Organisatoren jedoch gerne entgegengenommen, um Werkzeuge und Material aber auch Kaffee und Zutaten für Kuchen kaufen zu können, die ebenfalls ehrenamtlich gebacken werden.

Anmeldung für eine ehrenamtliche Mithilfe und/oder weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie bei der Stadt Delbrück unter Telefon: 05250 996-281 (Rita Köllner) oder 05250 996-247 (Heike Paesel) oder direkt beim Initiator Heinfried Klefoth unter 05250 9988287.


Hintergrund:

"Reparatur-Café" ist eine Initiative von Martine Postma. Seit 2007 setzt sie sich auf verschiedene Arten für Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene ein. Das allererste Reparatur-Café organisierte Martine am 18. Oktober 2009 in Amsterdam. Es erwies sich als ein großer Erfolg.

Für Martine war dies der Anlass, die Stiftung "Stichting Reparatur Café" ins Leben zu rufen. Diese niederländische Non-Profit-Organisation bietet lokalen Gruppen im In- und Ausland, die selbst ein eigenes Reparatur-Café eröffnen wollen, seit 2011 professionelle Unterstützung an.

In Europa werfen wir Unmengen weg. Auch Gegenstände, an denen nicht viel kaputt ist und die nach einer einfachen Reparatur problemlos wiederverwendet werden könnten. Reparatur-Café ändert das! Es findet ein wertvoller praktischer Wissensaustausch statt. Gegenstände sind auf diese Weise länger brauchbar und werden nicht weggeworfen.

Im Reparatur-Café lernen Menschen, Gegenstände auf andere Weise wahrzunehmen. Und sie ganz neu wertzuschätzen: Das Reparatur Café trägt zu einer Mentalitätsveränderung bei. Das ist dringend nötig, wenn Menschen für eine nachhaltige Gesellschaft eintreten sollen.

 

Keine Konkurrenz für Reparatur-Profis

"Stichting Reparatur Café" wird hin und wieder gefragt, ob die kostenlosen Reparaturtreffen eine Konkurrenz für Reparatur-Profis sind. Die Antwort lautet: im Gegenteil! Mit Reparatur-Café möchten Organisatoren aus dem ganzen Land vielmehr das Interesse am Reparieren wieder wecken. Besucher werden regelmäßig an die (wenigen) Profis weiter verwiesen, die es (noch) gibt. Außerdem sind die Besucher von Reparatur Cafés in den meisten Fällen keine Kunden von Reparaturfachleuten. Die Besucher erzählen, dass sie kaputte Gegenstände meistens sofort wegwerfen, da sie die Reparatur in der Regel zu teuer finden. Im Reparatur-Café sehen sie, dass es zum Wegwerfen tatsächlich Alternativen gibt.



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