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Nachricht aus dem ARCHIV vom 11. Januar 2011

Dreifachsporthalle am Driftweg wieder nutzbar

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(von links) Bernhard Hoppe-Biermeyer (Vorsitzender Stadtsportverband Delbrück), Karin Vogt (Fachbereich Bildung/Sport/Kultur/Stadt, Stadt Delbrück), Bürgermeister Werner Peitz und Heinz Drüke (Leiter Fachbereich Bauen und Planen, Stadt Delbrück) freuen sich über die Wiedereröffnung der Dreifachsporthalle.
(von links) Bernhard Hoppe-Biermeyer (Vorsitzender Stadtsportverband Delbrück), Karin Vogt (Fachbereich Bildung/Sport/Kultur, Stadt Delbrück), Bürgermeister Werner Peitz und Heinz Drüke (Leiter Fachbereich Bauen und Planen, Stadt Delbrück) freuen sich über die Wiedereröffnung der Dreifachsporthalle.

Delbrück. Seit über einem Jahr war die alte Dreifachsporthalle am Driftweg wegen gravierender Mängel nach der Sanierung des Hallenbodens für den Schul- und Vereinssport nicht mehr nutzbar. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit dem Hallenbodenverleger kann nun Vollzug gemeldet werden. Die Sporthalle kann ab sofort wieder genutzt werden. "Ich möchte mich im Namen der Stadt Delbrück herzlich bei allen Lehrern, Schülern und Vereinen für ihr Entgegenkommen, ihre Kooperation und ihr Verständnis für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten durch den langen Ausfall der Sporthalle bedanken", so Bürgermeister Werner Peitz.

Wie kam es zu den langen Ausfallzeiten der Dreifachturnhalle?

Die erste Volleyballmannschaft des DJK Delbrück spielte auch schon 2009 in der zweiten Bundesliga. Für die Spiele erforderte die Lizenzierung in dieser Klasse die farbliche Absetzung des Spielfeldes vom restlichen Sportboden. Dieses konnte der schon in die Jahre gekommene Hallenboden jedoch nicht bieten. "Der Sportboden in der Dreifachturnhalle war altersgemäß verschlissen und hätte mittelfristig ohnehin erneuert werden müssen", so Heinz Drüke, Leiter Fachbereich Bauen und Planen. So beschloss der Rat der Stadt Delbrück eine sofortige Gesamtsanierung, indem der Sportboden, die Akustikdecke und der Prallwandbelag erneuert sowie neue Trennvorhänge und neue Geräteraumtore angeschafft wurden.

Die Umsetzung dieser Baumaßnahme sollte in den Sommerferien 2009 durchgeführt werden. Die Umsetzung war jedoch nur mit äußerst eng kalkulierten Bauzeiten zu realisieren. Die aufwendige, nicht vorhersehbare, aber zusätzlich erforderliche Trocknung des Estrichbodens führte dann bereits zur Verzögerung der Wiederinbetriebnahme der Halle.

Nach der Fertigstellung der geplanten Arbeiten wurden dann im Oktober 2009 beim ersten Aufheizen der Halle gravierende Mängel am neu verlegten Sportboden sichtbar, die sich durch Wellenbildung in Längs- und Querrichtung zeigten. Die ausführende Firma wurde zur Mängelbeseitigung aufgefordert. Die Ausbesserungsversuche der Fachfirma blieben leider erfolglos. Danach ließ die Firma - zum Beweis der fachgerechten Ausführung ihrer Arbeiten - ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten erstellen. Hiermit wollte der Auftragnehmer insgesamt seine vermeintliche Unschuld an dem mangelhaften Werk belegen und forderte gleichzeitig die Auszahlung des noch offenen Rechnungsbetrages für die Erstellung des Sportbodens.

Die Stadt Delbrück sah die Ursache für die Mängel weiterhin in einem Ausführungsfehler der Fachfirma. Aufgrund des hohen finanziellen Schadens der hierdurch entstand, war die Ursache und somit die Kostenübernahme für die Schadensbehebung eindeutig zu klären.

Die Stadt Delbrück ist als öffentlicher Auftraggeber gehalten, sparsam mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umzugehen, insbesondere, wenn bei der Baumaßnahme Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket in Höhe von 480.000 EURO eingesetzt werden. Die Gewährung der Fördermittel ist an klare Vorgaben geknüpft, die besonders sorgfältig eingehalten werden müssen. Bei Zuwiderhandlung ist mit der Streichung der zugesagten Mittel oder mit der späteren Rückzahlung bereits geleisteter Zahlungen zu rechnen. Hätte die Stadt Delbrück das Gutachten des Hallenbodenverlegers und die damit verbundene Aussage der Schuldlosigkeit akzeptiert, so hätte sie nicht nur die Kosten für den mangelhaft erstellten Sportboden tragen müssen, sondern auch alle Kosten für die fachgerechte Erstellung des Sportbodens.

Da die Stadt Delbrück keine einvernehmliche Einigung mit dem Sportbodenverleger erzielen konnte, wurde ein Fachanwalt damit beauftragt, ein selbständiges Beweissicherungsverfahren mit besonderer Dringlichkeit bei Gericht zu erwirken. Die Stadt stand zu diesem Zeitpunkt durch die fehlende Sporthalle vor großen Problemen wie die Sicherstellung des Schulsports; zusätzliche Kosten für den Schülertransport zu anderen Sporthallen, um den Sportunterricht zu gewährleisten; Probleme der Volleyballmannschaft bei der Austragung der Heimspiele in einer Ersatzsporthalle und viele mehr.

Nach Vorlage des Gutachtens zur Beweissicherung stellte sich heraus, dass die ausführende Firma ein mangelhaftes Werk abgeliefert hat. Nach weiteren Verzögerungen wurde dann im Oktober 2010 doch noch eine Einigung zwischen den Parteien erzielt. Somit musste die Stadt Delbrück nicht zusätzlich in Vorleistung für die Neuerstellung des Sportbodens durch ein Drittunternehmen in Höhe von circa 200.000 EURO gehen und es konnte so ein weiterer, langwieriger Rechtsstreit vermieden werden. Darüber hinaus trägt der Hallenbodenverleger die Kosten für die Schülertransporte zu den Ausweich-Sporthallen in Höhe von rund 59.000 EURO. Somit werden die veranschlagten und eingeplanten Gesamtkosten für die Sanierung der Sporthalle in Höhe von 480.000 EURO nicht überschritten.


Übersicht zur zeitlichen Abfolge der Sanierungsarbeiten:

Oktober 2009:
Fertigstellung des neuen Sportbodens; Feststellung von Mängeln wie Beulen und Aufwölbungen.

Oktober bis Dezember 2009:
Mängelanzeige, Mängelrüge, Aufforderung zur Mängelbeseitigung, Hinzuziehung von Sachverständigen/Gutachter auf Seiten der Firma und auf Seiten der Stadt Delbrück zur Klärung der Ursache der aufgetretenen Mängel.

bis Ende 12/2009:
Keine Einigung zwischen den Parteien - Übergabe der Angelegenheit an ein Anwaltsbüro für Baurecht

Januar 2010:
Übergabe der Angelegenheit an das Landgericht Paderborn zur Eröffnung eines selbständigen Beweissicherungsverfahrens

Ende Februar 2010:
Beweisbeschluss durch das Landgericht Paderborn zur Anordnung der Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens

Febr./März 2010:
Inhaltliche Klärung der zu beauftragenden Beweissicherung

Mitte April 2010:
Bestellung eines Sachverständigen durch das Gericht

April-Mai 2010:
Aufnahme der Sachverständigentätigkeit zur Beweissicherung

Mitte Juni 2010:
Vorlage des Gutachtens des gerichtlich bestellten Sachverständigen und Beschluss durch das Landgericht Paderborn mit positivem Ergebnis für die Stadt Delbrück.

Ende Juni 2010:
Weiteres Ergänzungsgutachten auf Anforderung der Gegenseite

Bis Mitte Juli 2010:
Diverse Einsprüche und Verzögerungsversuche der Gegenseite Stellungnahmen zu den Einsprüchen und Vorbereitung einer neuen Ausschreibung beziehungsweise Angebotseinholung zur Erneuerung des mangelhaft verlegten Sportbodens

Aug.-Sept. 2010:
Verhandlungen zur außergerichtlichen Einigung mit der Fachfirma zur Mängelbeseitigung zur Vermeidung eines Rechtsstreits

Okt. 2010:
Unterzeichnung der gegenseitigen außergerichtlichen Vereinbarung zur mangelfreien Erstellung des Sportbodens. Die ausführende Firma hatte nunmehr sämtliche, im Rahmen des selbständigen Beweissicherungsverfahrens festgestellten Mängel am vorhandenen Sportboden zu beseitigen und den vertragsgemäßen, sach- und fachgerechten Sportboden zu liefern.

Sämtliche Schadensersatzpositionen -insbesondere hinsichtlich der Schülerbeförderungskosten-, welche bis zum Ende der Mängelbeseitigung angefallen sind, trägt die ausführende Firma.

Somit werden die veranschlagten und eingeplanten Gesamtkosten für die Sanierung der Sporthalle in Höhe von 480.000 EURO nicht überschritten.



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